Man soll die Welt nicht belachen, nicht beweinen, sondern begreifen.(Baruch de Spinoza)

 

Wladek Flakins Biografie über Martin Monath

Wladek Flakin hat eine beeindruckende Biografie „Arbeiter und Soldat. Martin Monath – Ein Berliner Jude unter Wehrmachtssoldaten“ vorgelegt. Bislang wussten wir nicht viel über den deutsch-jüdischen Revolutionär Monath (1913-1944).

Das Wenige verdanken wir den Erinnerungen Rudi Segalls, der 1933-1934 mit Martin Monath in einer   Gruppe von Hashomer Hazair arbeitete. Schon Genosse Rudi war so stark von seinem Freund Martin beeindruckt, dass er viel später in der Gruppe Internationale Marxisten dessen Kampfnamen „Monte“ annahm.
Mit Begeisterung stürzte sich Wladek Flakin in die Arbeit und schaffte es, das Leben Martin Monaths zu rekonstruieren. Wir sind nahe dabei, wie Monath vom Überflieger in der Schule zum Leiter einer zionistisch-sozialistischen Jugendgruppe in Berlin (S. 19 f.) wurde, die sich legal während der Naziherrschaft treffen konnte (S. 22 f.). Hatte Martin Monath Kontakt zu jüdischen TrotzkistInnen in Berlin? Schließlich wohnte sein Vater 1935 in der Mariannenstr. 49, nahe bei den IKD-AktivistInnen Hilde und Hans Berger in Haus Nr. 34. Zur  illegalen Tätigkeit der Berliner TrotzkistInnen gehörte die Arbeit in legalen zionistischen Organisationen. 1934 ging Monath mit seinen FreundInnen nach Dänemark (S. 26 f.), um sich auf die Übersiedlung nach Palästina vorzubereiten. Monath landete aber nicht dort, sondern 1939 im belgischen Exil (S. 44 f.).

Ein kaum erfüllbarer Auftrag
Die Sektion der IV. Internationale in Belgien zählte zu Beginn des 2. Weltkriegs am 1. September 1939 rd. 600 Mitglieder. Davon waren 500 ArbeiterInnen. Zum Zeitpunkt des Angriffs der Nazis auf Belgien am 10.05.1940 waren es noch 80 Mitglieder und bei der Kapitulation Belgiens am 28.05.1940 waren es nur noch 30 Mitglieder. Nach Ernest Mandel gründete sich die Sektion der IV. Internationale an dem Tag neu, als die GenossInnen aus dem Radio vom Tod Leo Trotzkis erfuhren. Seitdem war auch Martin Monath dabei (S. 64).
Sein Auftrag, in der belgischen und französischen Illegalität eine deutsche trotzkistische Gruppe neu aufzubauen, war kaum zu bewältigen. Das hing zunächst mit den Internationalen Kommunisten Deutschlands (IKD) zusammen, deren Auslandskomitee um Josef Weber seit 1933 in Paris gesessen hatte. Weber und sein Freund Otto stimmten zu Lebzeiten Trotzkis für alle seine Resolutionen, während dieser die Hand über seine Schützlinge hielt.
In Amsterdam, Antwerpen, Brüssel und Paris hatte es Gruppen der IKD-Exilanten gegeben. Doch das Auslandskomitee um Josef Weber hatte nur ein Ziel: möglichst schnell in die USA zu verschwinden. Zwar verfügte man mit Franz Meyer über einen hervorragenden Passfälscher. Aber Weber kontrollierte die Pässe und die Hilfsgelder aus den USA, die er an seine Clique verteilte, während die anderen IKD-Mitglieder schmächlich im Stich gelassen wurden. Sie, die Weber für einen drogenabhängigen Psychopathen hielten, mussten vereinzelt sehen, wie sie in der Illegalität klar kamen.
Aus diesen  traumatischen Erfahrungen heraus bildeten den einzig nachweisbaren Arbeitszusammenhang  der exIKD in Frankreich fünf ehemalige Mitglieder, die sich als Gruppe in Lyon den Revolutionären Kommunisten (Österreichs - RKÖ, dann Deutschlands - RKD) anschlossen. Darüber erfahren wir in Wladek Flakins Buch über Martin Monat so gut wie nichts, außer dass Weber „nach New York entkommen (konnte), „aber sich immer mehr vom strategischen Ziel einer sozialistischen Revolution (entfernte)“ (S. 68).

Monats Soldatenarbeit
So musste die IV. Internationale nach anderen Möglichkeiten zur Bildung einer deutschen Sektion suchen. Ab 1943 war Martin Monath in Frankreich für die illegale Arbeit unter deutschen Soldaten verantwortlich, für die eine Soldatenzeitung „Arbeiter und Soldat“ geschaffen wurde. Die meisten Artikel dürften von ihm selbst geschrieben worden sein. Ihm half das Ehepaar Thalmann. Wladek Flakin weist auf die schwierige Quellenlage hin. So soll „Abosch“ (alias „Béno“) ein deutscher Helfer von Martin Monath  gewesen sein (S. 81). Doch befand sich das ehemalige Mitglied des Jugendbüros der IV. Internationale, (Heinz) Abosch, 1943 in der italienisch besetzten Zone Frankreichs. Abosch war da kein Trotzkist mehr, half aber mit von ihm gefälschten Ausweisen der RKD aus. Er wurde am 5.5.1944 in Lyon verhaftet, nachdem er für einen angeblichen deutschen Deserteur einen Ausweis gefälscht hatte(1). Auch „Benno“ (Hesch) war vor den Nazis in die italienisch besetzte Zone geflüchtet.
Wie Wladek Flakin spannend schildert und dokumentiert, dauerte Martin Monaths Soldatenarbeit nachweisbar vom Juli bis September 1943. Da flogen die deutsche Soldatengruppe und eine Reihe französischer GenossInnen auf. Die nächsten Ausgaben von „Arbeiter und Soldat“ erschienen erst wieder im Mai 1944 bis Juli 1944. Dann wurde Martin Monath verhaftet und gleich zwei Mal erschossen. Beim ersten Mal wurde er von den Nazis als tot liegen gelassen. Später transportierten sie den schwer Verletzten aus dem Krankenhaus ab und ermordeten ihn (S. 93).

Erfolgreiche illegale Arbeit?
Wladek Flakin hat uns mit Martin Monath einen heroischen Kämpfer vorgestellt - als Vorbild für die revolutionäre Arbeit heute. Nur am Rande geht Wladek auf die Strukturen der illegalen Arbeit ein. Fragen bleiben:

  1. Wie ist Martin Monaths illegale Soldatenarbeit in Frankreich zu bewerten? Sie war heroisch, aber schlecht organisiert. Die von den französischen Trotzkisten in Brest gewonnenen deutschen Soldaten trafen sich auch als größere Gruppe. „Es war Wahnsinn“ schrieb ein beteiligter französischer Genosse (S. 84).  So konnte die ganze illegale trotzkistische deutsche Soldatenorganisation in Brest von den Nazis aufgerollt werden.

  2. Ein Vergleich der relativ erfolgreichen illegalen Arbeit der Revolutionären Kommunisten Österreichs bzw. Deutschlands in Frankreich(2)  mit den letztendlich gescheiterten Bemühungen Martin Monaths wäre interessant gewesen. In den wenigen Bemerkungen Wladek Flakins schneidet die Untergrundtätigkeit der RKD schlecht ab. Warum?

Die Strukturen der IV. Internationale
Für die Tätigkeit Martin Monaths gegen die Nazi-Besetzung Belgiens und Frankreichs war ihr politisch-organisatorischer Rahmen entscheidend. Der war im Untergrund durch die Sektionen der IV. Internationale vorgegeben. Doch während die starke belgische Sektion von selbst zerfiel, war die Parti Ouvrier Internationaliste (POI) in Frankreich am 15. Juni 1939 von der Leitung der IV. Internationale aufgelöst worden. Und das zweieinhalb Monate vor Beginn des 2. Weltkriegs!
Der Grund: Die Mehrheit der POI hatte sich geweigert, in die sehr viel größere, linkssozialistische Parti Socialiste Ouvrier et Paysan (PSOP) einzutreten, um dort politisch zu wirken. Deshalb hatte Trotzki gegenüber der internationalen Leitung Druck gemacht und den Eintritt der POI-Mitglieder in die PSOP innerhalb von einer Woche (!) gefordert. Doch nur eine Minderheit der POI-GenossInnen war zum Entrismus in der PSOP bereit.
Solch bürokratische Methoden des Hineinregierens der internationalen Leitung der IV. Internationale und Trotzkis in die demokratische Beschlussfassung der POI über eine taktische Frage kostete deren Leitungskern und einige der Kader, die ein Jahr zuvor die IV. Internationale gegründet hatten. Als sich die PSOP zu Beginn des 2. Weltkriegs auflöste, stellte sich die ganze entristische Operation der Trotzkisten als Sackgasse heraus. Die Folge: Zu Beginn des Krieges besaß die IV. Internationale in Frankreich fast keine funktionierenden Strukturen, was den Beginn der illegalen Arbeit erheblich erschwerte.
Vor allem verblüfft, dass es keine europäische Leitungsstruktur der IV. Internationale gab. Hatten nicht gerade die TrotzkistInnen immer wieder vor dem kommenden Krieg gewarnt? Warum waren sie so schlecht auf ihn vorbereitet?
Statt sich kritisch mit der politisch-organisatorischen Vorgeschichte und den Rahmenbedingungen der trotzkistischen Soldatenarbeit in Frankreich auseinander zu setzen, fügt Wladek Flakin ein Kapitel über den Kampf der Trotzkisten 1939 gegen die Nazis in New York ein (S. 65 f.). Interessant, aber für Martin Monaths Biografie überflüssig.

Fazit

Wladek Flakins empfehlenswertes Buch über Martin Monath zeigt: Trotz aller Schwierigkeiten ist es möglich, die weißen Flecken in der Geschichte von RevolutionärInnen durch Quellenarbeit zu erforschen und in knallroter Farbe zu malen. Aber alle Begeisterung über revolutionäre Biografien ist kein Grund, die Geschichte revolutionärer Strukturen aus den Augen zu verlieren.

Peter Berens, Oberhausen 01.12.2018

 

(1) Abosch, Heinz, Flucht ohne Heimkehr. Aus dem Leben eines Heimatlosen, Stuttgart 1997, S. 123 f.

(2) Vgl. Fritz Keller, In den Gulag von Ost und West. Karl Fischer Arbeiter und Revolutionär, Frankfurt/M. 1980.

 

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Buchtip:
Wladek Flakin, „Arbeiter und Soldat“. Martin Monath – Ein Berliner Jude unter Wehrmachtssoldaten, Schmetterling Verlag, Stuttgart 2018, 196 Seiten, Preis 14,80 Euro, ISBN 3-89657-158-3.

 

 

Nachruf auf Hermann Weber

Am 29. Dezember 2014 starb Hermann Weber. Angefangen mit seiner bahnbrechenden Arbeit „Die Wandlungen des deutschen Kommunismus. Die Stalinisierung der KPD in der Weimarer Republik“ schaffte es Weber ab Ende der 1960er Jahre, eine von der SED-Geschichtsschreibung unabhängige Historische Kommunismusforschung in Westdeutschland zu begründen. Wer die Wirkungsmöglichkeiten kritisch-wissenschaftlicher Tätigkeit eines Einzelnen ermessen will, wird kaum ein besseres Beispiel als das Webers finden, dem es im Alleingang gelang, das Deutungsmonopol der SED, die einen umfangreichen Partei-, Staats- und damit Universitätsapparat zur Verfügung hatte und den Zugang zu den Archiven (d.h. den Quellen) kontrollierte und blockierte, über die Geschichtsschreibung der KPD aufzubrechen. Die Blockaden für die Forschung fielen, als nach 1989 die DDR-Archive öffentlich zugänglich wurden.

„Pravda vitezi“ heißt nach Erich Fried, dass nicht die „Pravda“, sondern die Wahrheit siegen wird. Um sie ans Licht zu bringen, musste Weber der „Linie“ der hagiografischen SED-Erforschung der KPD-Geschichte eine eigene „Linie“ gegenüberstellen. Dafür bot sich ein programmgeschichtlicher, die Abhängigkeit der KPD von der Sowjetunion/RKP (b) betonender Ansatz an. Schon frühzeitig war es Hermann Weber über Rosa Meyer-Levine gelungen, bis dahin in Westdeutschland unzugängliche KPD-interne Materialien aus dem Privatarchiv ihres zeitweiligen Vorsitzenden Ernst Meyer zu erhalten. Die Wiederentdeckung und Publikation von Dokumenten zur KPD-Geschichte war eines von Webers größten Verdiensten. Vor allem die Herausgabe der sechsbändigen Sammlung „Archive des Kommunismus“, die in enger Zusammenarbeit mit HistorikerInnen in Deutschland und in Russland erfolgte, brachte Hunderte bisher unveröffentlichter Dokumente ans Licht, die das Verhältnis KPD-Sowjetunion-Komintern beleuchteten, wenn auch Weber keine seiner Thesen änderte. Webers Leistung konnte auch dadurch nicht geschmälert werden, dass er für die Herausgabe leider die Unterstützung des Innenministeriums in Anspruch nahm oder zu seinem Lebensende meinte, dass die SPD demokratischer als die KPD gewesen sei . Hermann Weber war nun einmal kein Trotzkist, sondern ein Sozialdemokrat mit kommunistischen Wurzeln.

Als ehemaliges KPD-Mitglied und Stalinkritiker gab sich Hermann Weber bei seiner Historischen Kommunismusforschung nicht „neutral“, sondern versuchte, eine demokratisch-kommunistische und „realistische“ Position einzunehmen. In der KPD-Geschichte fand er sie von den moderaten KommunistInnen der „Versöhnler“ um Ernst Meyer und Arthur Ewert vertreten, auch „Mittelgruppe“ genannt, die er als völlig eigenständige Strömung gegenüber „rechten“, „linken“ und „ultralinken“ KommunistInnen behandelte. In ihrem Kern betonte Webers Theorie der „Stalinisierung“ die starke Abhängigkeit der KPD von der Komintern, der RKP (b) und der Sowjetunion. Weber hielt die „Stalinisierung“ der KPD erst für Ende 1928 mit dem Thälmann-Skandal und dem Ausschluss der „rechten“ Kommunisten um Brandler/Thalheimer als vermeintlich letzter oppositioneller Fraktion in der KPD für abgeschlossen. Dieses Herangehen hat Weber bis zu seinem Tode verteidigt. Hermann Weber begründete eine ganze „Schule“ der Historischen Kommunismusforschung, die bis heute seine Theorie der „Stalinisierung“ und seine Sympathien für die moderaten Kommunisten teilt. Webers Ansatz wurde 1996 vehement durch Klaus-Michael Mallmann in Frage gestellt, der in seiner Studie „Kommunisten in der Weimarer Republik“ z.B. darauf verwies, dass die KPD schon Ende 1919 unter Paul Levi Zehntausende ihrer Mitglieder ausgeschlossen hatte, was mit einer „Stalinisierung“ wohl kaum erklärt werden könne. Dagegen übernahmen auch TrotzkistInnen gerne Webers Ansatz der „Stalinisierung“, der leicht dazu verführte, die Differenzen zur Kritik der linken Kommunisten Mitte der 1920er Jahre am „Stalinismus“ zu übersehen.

Einige oppositionelle linkskommunistische Fraktionen in und außerhalb der KPD gingen bereits Mitte 1926 – noch vor Trotzki und der Vereinigten Linken Opposition in der Sowjetunion – von einem „stalinistischem System“ in der Sowjetunion und der Komintern aus. Zur linksoppositionellen Theorie des „Stalinismus“ gehörte die Abhängigkeit der KPD von der Sowjetunion und der Komintern; der „ideologische Terror“ (Hans Weber, Sprecher der Weddinger Opposition) und der „Belagerungszustand“ (Karl Korsch) in der KPD, der wiederum eine tiefgehende Analyse des bürokratischen Parteiapparates und der strukturellen Veränderungen innerhalb der KPD beinhaltete; der Verzicht auf die Weltrevolution durch die Übernahme der Theorie vom Sozialismus in einem Land, aber auch die Ent-Revolutionierung der KPD durch die Wendung zum moderaten Kommunismus zwischen 1925-1928 unter dem Fraktionsblock Thälmann-Meyer. Dieser konnte die stalinistische Politik, die auch die außenpolitische Isolation der Sowjetunion durch ein Bündnis mit den reformistischen Trade Unions in England zu durchbrechen suchte, in der KPD nur mit Hilfe der Zerlegung ihrer Organisationsstruktur in kleinste Zellen gegen den Willen der Mehrheit ihrer (linkskommunistischen) Mitglieder durchsetzen, weshalb die KPD von den meisten oppositionellen linken Kommunisten in und außerhalb ihrer Reihen als unreformierbar angesehen wurde. Die Kritik der oppositionellen, linken KommunistInnen am Stalinismus unterschied sich von der Trotzkis, der die strukturellen Veränderungen in der KPD gar nicht und den „Thermidor“ in der Sowjetunion erst mit großer Verspätung wahr nahm. Im Bunde mit der Thälmann-Fraktion war für die Durchsetzung des „Stalinismus“ in der KPD genau jene Meyer/Ewert-Fraktion verantwortlich, auf die sich Hermann Weber politisch in seinem Werk bezog. Webers Theorie der „Stalinisierung“ befreite die moderaten Kommunisten der Fraktion Meyer/Ewert von der historischen Last, zum Kernbestandteil der stalinistischen Fraktion in der KPD gehört zu haben. Nicht von ungefähr haben nach 1945 moderate Kommunisten aller Couleur in der DDR das führende Personal gestellt.

Spätestens seit Mallmanns Kritik dürfte klar geworden sein, dass sich die Historische Kommunismusforschung gegenüber neuen Ansätzen öffnen musste. Dazu war die Webersche Schule kaum in der Lage, obwohl sie auf ihrem Gebiete bis heute Hervorragendes leistet. Während sie sich in den letzten Jahren immer mehr den Biographien ehemals führender KPD-FunktionärInnen zuwandte, dürfte eine vergleichende Forschung über die KPD der 1920er Jahre mit Geschichte und Strukturen von Kommunistischen Parteien anderer europäischer Länder ebenso zu neuen Erkenntnissen führen wie eine Verwirklichung von Isaac Deutschers Postulat, die Geschichte einer Kommunistischen Partei auch aus den Klassenkämpfen zu erklären. Was Hermann Weber als Einzelner für die Historische Kommunismusforschung geleistet hat, sollte durch eine Vielfalt der wissenschaftlichen Ansätze und Standpunkte fortgesetzt werden, die auch in der Lage ist, kontroverse Debatten loszutreten.

Ralf Hoffrogge: „Werner Scholem. Eine politische Biographie (1895-1940)“

Nachdem Werner Scholem in der Literatur längst zur Romanfigur geworden ist, hat Ralf Hoffrogge Ende 2014 eine Biographie über ihn vorgelegt. Es waren die frühen Brüche in Werner Scholems Leben, die seinen politischen Werdegang zu einem der Sprecher des linken Flügels der KPD bestimmen und später zu seinem Bruch mit der KPD führen sollten und die Hoffrogge mit beeindruckender Recherche und großem Einfühlungsvermögen schildert: Der Bruch mit dem bürgerlichen, deutsch-jüdischen Elternhaus, der Werner Scholem über den Zionismus zum Sozialismus trieb; der Bruch mit der SPD, in die er mit achtzehn Jahren in Hannover wenige Monate vor Beginn des Ersten Weltkrieges eintrat. Der Schock wegen der Zustimmung der SPD zu den Kriegskrediten entfachte einen tiefen Hass auf die Partei- und Gewerkschaftsbürokratie (S. 42 f.), der Scholem später auch zum entschiedenen Gegner der stalinistischen Bürokratie in KPD, Komintern und der Sowjetunion werden ließ. Als Jude reagierte er besonders allergisch auf antisemitische, nationalistische und faschistische Hetze, der er z.B. als Abgeordneter der KPD im Preußischen Landtag offensiv entgegen trat. Dort wurde Scholem neben dem moderaten Kommunisten und KPD-Fraktionssprecher Ernst Meyer zu einem der Star-Redner der KPD. Auch wenn Hoffrogge an einer Stelle dafür das Wort „Radau“ benutzt (S. 321), so beschreibt er in glänzenden Kapiteln (S. 198 f.) wie schlagfertig, laut, die Angriffe konservativ-nationalistischer Parlamentarier nicht nur abweisend, sondern offensiv konternd es Werner Scholem verstand, das Parlament als Tribüne des Klassenkampfes zu nutzen. Forderungen wie die „Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems“ oder Unterricht von SchülerInnen nationaler Minderheiten in ihrer Landessprache (S. 201 f.) verband er mit einer Fundamentalkritik an nationalistischen Inhalten von Schulbüchern, an der Aussiebung demokratischer und kommunistischer Lehrer und fehlender Säkularisierung. Scharf polemisierte er gegen antisemitische Zwischenrufe von Abgeordneten und gegen eine antisemitische Hetze, die auf „Ostjuden“ zielte. Auch den Nationalsozialismus prangerte er frühzeitig an, ohne etwa die SPD mit den wirklichen Faschisten in einen Topf zu werfen (S. 220). Als im November 1923 der „Deutsche Oktober“ gescheitert war – die KPD hatte fast kampflos die Absetzung der linken Regierungen aus SPD und KPD durch die einmarschierende Reichswehr in Sachsen und Thüringen hingenommen – wollte die SPD im preußischen Landtag mit den Kommunisten abrechnen. In der Debatte präsentierte SPD-Minister Severing nicht nur abgefangene Briefe mit kommunistischer Aufstandsorder, sondern ließ im Sitzungssaal beschlagnahmte Waffen aus kommunistischen Depots vorzeigen. Während der Stimmungsmache gegen die KPD ging deren Fraktionsvorsitzender Meyer auf Tauchstation und leugnete die Echtheit der Briefe. Ganz anders Werner Scholem, der in einer Brandrede angesichts der ausgebreiteten Waffen rief: „Jawohl, da die Reaktion darangeht, die Macht zu ergreifen, bereiten wir die Revolution des deutschen Proletariats vor“ (S. 231).

Scholem war über die USPD zur KPD gekommen. In der USPD-Hochburg Halle hatte er 1920 eine führende Rolle im bewaffneten Widerstand gegen den Kapp-Putsch gespielt. Dort fand nicht ganz zufällig die Vereinigung von KPD und USPD statt, deren örtlicher Sprecher Werner Scholem geworden war. Als er 1924 mit den linken Kommunisten die KPD-Führung übernahm und mit 29 Jahren deren Organisationssekretär wurde, verfügte er über wichtige Erfahrungen im Klassenkampf (S. 155 f.). Werner Scholems Talente kamen eher in der Opposition in der KPD denn in der Führung einer revolutionären Massenpartei, eher in einer Phase des revolutionären Aufschwungs als in einer des Rückgangs der Klassenkämpfe zur Geltung. Das ließ ihn im Abschwungsjahr 1924 in der Führung der KPD auf „Bolschewismus“ und „Leninismus“ sinowjewscher Prägung zurückgreifen. Dagegen kritisierte er das neue Phänomen des Stalinismus „hellsichtig“ (S. 331). Die Linkswende der Stalinisten 1928 in der Sowjetunion und Komintern traf ihn jedoch unvorbereitet, wie Hoffrogge betont. Scholems Austritt aus dem Leninbund wurde von dessen Anhängern als Kapitulation betrachtet (S. 336 f.). Weshalb er keine neue Tendenz gründete, bleibt in der Biographie offen. Hoffrogge kommt zu dem etwas harschen Urteil, dass „der ultralinke Dogmatismus (…) für Scholem (…) politische Endstation (blieb)“. Wahrscheinlich wäre sein Leben anders verlaufen, wäre sein Angebot, bei Trotzki als Sekretär zu arbeiten, von diesem nicht abgelehnt worden. Doch weder passte Scholems parlamentarische Tätigkeit zu dem gängigen Etikett „ultralinks“ der Kommunismusforschung, noch rechtfertigt seine Weigerung, eine zweite Partei neben der KPD aufzubauen, diese Charakterisierung. Scholems Schicksal endete tragisch. Er wurde am 17.7.1940 im KZ-Buchenwald ermordet.

Ralf Hoffrogge: Werner Scholem. Eine politische Biographie (1895-1940), Konstanz/München 2014, Preis 24,99 Euro.

 

Marcel Bois: Kommunisten gegen Hitler und Stalin. Die Linke Opposition der KPD in der Weimarer Republik. Eine Gesamtdarstellung.

Zum Ausgangspunkt seiner Analyse nimmt der Autor die Linke Opposition Trotzkis in der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. Das Zusammengehen Trotzkis mit der Opposition Sinowjew/Kamenew konnte weder die Bürokratisierung und Deformation des Arbeiterstaates noch die der einzigen erlaubten Partei stoppen, die auf das Ausbleiben der Weltrevolution erfolgten. Vielmehr wurden die „äußerst undemokratischen Strukturen der Kommunistischen Partei Russlands“ unter dem Zeichen der „Bolschewisierung“ weltweit mittels Finanzhilfen und Berater auf die anderen Sektionen der Komintern übertragen. Viele Mitglieder und Funktionäre beteiligten sich an einer „Bolschewisierung von unten“, wofür nach Bois die „ideologische Bindung an die Sowjetunion“ verantwortlich war (S. 79 f). Die „Stalinisierung“ machte die KPD keineswegs zu einer „monolitischen“ Partei, aber zu einer, auf deren offizielle Linie ihre Mitglieder so gut wie keinen Einfluss mehr hatten (S. 98 f).

In der KPD konkurrierten seit ihrer Gründung ein rechter und ein linker Flügel um die Führung. 1924 wurde diese von den linken Kommunisten um Ruth Fischer übernommen. Mitte 1925 wurde die linke KPD-Führung durch einen „Offenen Brief“ der Komintern gespalten und umstrukturiert, was Bois als „eine neue Qualität im Verhältnis zur Sowjetunion“ wertet: „Nie zuvor hatten die Russen so entscheidend in die Geschicke der deutschen Partei eingegriffen“. Doch nicht weniger von Gewicht dürfte die Tatsache gewesen sein, dass das Datum für den geplanten Aufstand in Deutschland vom Politbüro der RKP (b) auf den 9. November 1923 festgesetzt worden war , d.h. von einer formal gleichberechtigten Schwesternpartei und nicht etwa vom ZK der KPD oder dem EKKI der Komintern. Marcel Bois ist es gelungen, mit seiner „Gesamtdarstellung“ der Linken Opposition eine Lücke zu schließen, denn einige der linken Fraktionen, Organisationen, Gruppen und Personen waren zuvor kaum erforscht worden. Wer z.B. mehr über die Weddinger Opposition (S. 293 f.) oder die Gruppe „Bolschewistische Einheit“ (S. 314 f.) erfahren will, wird schnell merken, dass die heutige Aufsplitterung der trotzkistischen Linken nicht größer ist, als die ihrer linkskommunistischen Vorläufer war. Bois belegt aber auch die Kontinuität der linken Oppositionsgruppen über alle Spaltungen und Meinungsverschiedenheiten hinweg, und sein Buch hilft uns, deren proletarischen Charakter besser zu verstehen.

Denn Marcel Bois stellt nicht nur die verschiedenen linksoppositionellen Organisationen vor. Er untersucht auch ihre Sozialgeschichte und kommt dabei zu bemerkenswerten Ergebnissen: So waren zwei Drittel der Linksoppositionellen ArbeiterInnen, unter denen die Schlosser die größte Berufsgruppe stellten. Bei der Weddinger Opposition lag der von Bois errechnete Arbeiteranteil bei 76,7 %, bei den TrotzkistInnen der späteren LO der KPD bei 48,4 %. Letztere waren durchschnittlich jünger als die Mitglieder ihrer Vorläufer, wobei der Zeitunterschied berücksichtigt werden muss. Die von Bois ausgewerteten Lebensläufe zeigen, dass die Mehrheit der frühen linken Oppositionellen bereits im Kaiserreich in der SPD politisch aktiv war, sich 1918/1919 radikalisierte und über die USPD zur KPD stieß. Dort wurden sie meist Funktionäre und Mandatsträger. Eine ganze Reihe von Kommunisten, die Mitte der 1920er Jahre zur linken Opposition gestoßen und 1926/27 aus der KPD ausgeschlossen worden waren, wurden dort ab 1928 erneut Mitglied, weil sie den ultralinken Kurs der Partei attraktiv fanden (S. 401 f). Im Unterschied zu den AktivistInnen der frühen linken Opposition in der KPD war der durchschnittliche trotzkistische Linksoppositionelle ein Facharbeiter, wurde erst nach 1926 KPD-Mitglied und dort zwischen 1930-1933 ausgeschlossen (S. 410 f). Bois untersucht auch die Sozialgeschichte der linksoppositionellen Frauen, der Jugendlichen und die regionalen Besonderheiten der linken Opposition (S. 424 f).

Auch der strukturgeschichtliche Aspekt unterscheidet Bois` Forschungsarbeit von anderen, wenn er Mitgliederentwicklung, Finanzen, Presse, Broschüren, Schulungen und Veranstaltungen, Wahlbeteiligungen und die Parlamentstätigkeit der verschiedenen linksoppositionellen Gruppierungen analysiert. So lebte z.B. die trotzkistische Linke Opposition der KPD ausschließlich von den Broschüren Trotzkis gegen den Faschismus, was nicht nur für deren große Verbreitung sorgte, sondern die Gruppe auch „auf Gedeih und Verderb von der Schaffenskraft eines Mannes abhängig“ machte (S. 474).

Besonders intensiv hat Bois die in der KPD starke radikal linke „Weddinger Opposition“ erforscht, die bis 1927 u.a. den Berliner KPD-Bezirk Wedding und den KPD-Bezirk Pfalz führte. Deren Radikalismus war in ihrer Pfälzer Hochburg mit den zwei großen Streiks von 1922 und 1924 bei der BASF in Ludwigshafen verbunden, gegen die sich die bestehenden gemäßigten Gewerkschaften gestellt hatten. Darüber spaltete sich vom reformistischen Fabrikarbeiterverband der revolutionäre „Industrieverband der chemischen Industrie“ ab, der auf seinem Höhepunkt zehntausend Mitglieder organisierte und 1924 bei den Betriebsratswahlen auf der BASF 46 % der Stimmen erhielt. Der Industrieverband wurde von Mitgliedern der Linken Opposition geleitet, die in den Streiks entlassen worden waren (S. 195 f).

Was macht eigentlich eine revolutionäre Organisation, wenn die durch die Streiks radikalisierten ArbeiterInnen und ihre Avantgarde eine eigene Industrie-Gewerkschaft gründen, während die Parteiführung, unter Berufung auf Lenin, fraktionelle Arbeit in den reformistischen Berufsgewerkschaften fordert? Nicht nur die meisten Kommunismusforscher sehen eigene Gewerkschaften generell als „ultralinks“ an und stellen dem die „richtige“ Linie moderater KommunistInnen gegenüber. Für die meisten der heutigen TrotzkistInnen dürfte die Spaltung einer Gewerkschaft politisch selbst dann ein Tabubruch sein, wenn sie nicht wie bei der RGO vom grünen Tisch aus erfolgte, sondern Ergebnis offener Klassenkämpfe ist… Weil sich 1922-1924 die radikal linken KommunistInnen im KPD-Bezirk Pfalz nicht von der Avantgarde der Kämpfe distanzierten, sondern mit ihr verschmolzen, gewann die Weddinger-Pfälzer Opposition eine festere Basis als andere linksoppositionelle Fraktionen.

Wer sich heute als TrotzkistIn einen Überblick über die eigene Geschichte verschaffen will, sollte das Buch von Marcel Bois unbedingt lesen. Außerdem vertritt er einen spannenden Ansatz, mit dem es sich auseinanderzusetzen lohnt. Denn seine Darstellung durchzieht ein Widerspruch: Der Autor beschreibt ausführlich den Werdegang der Linken Opposition und ihren Kampf gegen die „Stalinisierung“ der KPD, mit dem er selbst sympathisiert. Doch konkret teilt der Autor weder die Einschätzungen der Linken Opposition in der KPD vor Trotzkis Exil noch ihre politische Herangehensweise, denn da stimmt er – ganz in der Tradition Hermann Webers – mit den Positionen der moderaten Kommunisten um Ernst Meyer überein. So gilt Bois dessen Einheitsfrontpolitik nach dem Mord an Außenminister Rathenau 1922 als „erfolgreiches Beispiel“ (S. 131 f.) und die gemeinsame Einheitsfrontkampagne der KPD-Führung um Thälmann-Meyer 1925 zur Fürstenenteignung gar als „herausragendes Beispiel“ (S. 170 f). Damit habe sich die KPD aus ihrer gesellschaftlichen Isolation befreit, während zugleich ihre Abhängigkeit von Moskau zunahm (S. 178). Doch auch wenn die Einheitsfronttaktik nur „von unten“ einer Ruth Fischer von 1924 nicht gut zu heißen ist, so hatte die Kritik der Linken Opposition an der Meyerschen Politik der „Einheitsfront“ von 1922 oder 1925 durchaus ihre Berechtigung. Denn während sich die Kommunistische Internationale unter Lenin und Trotzki für die „Einheitsfront der Arbeiter“ gegen die Offensive des Kapitals einsetzte, war die Meyersche „Einheitsfrontpolitik“ klassenübergreifend. 1922 suchte sie in der Mobilisierung gegen die Ermordung des führenden Sprechers des liberalen Flügels der Großbourgeoisie ebenso das Bündnis mit dem Bürgertum wie 1925/1926 im Kampf gegen den Adel. Beide Kampagnen der KPD waren nicht anti-kapitalistisch, sondern eine frühe Vorwegnahme der viel später einsetzenden Volksfrontpolitik.

Marcel Bois: Kommunisten gegen Hitler und Stalin. Die Linke Opposition der KPD in der Weimarer Republik. Eine Gesamtdarstellung, Berlin 2014, Preis 39,95 Euro.

 

Gelsenkirchener Tagung vom 15./16.11.2014 zur Geschichte der Linken Opposition der KPD und anderer linker Kleinorganisationen

Nach vielen Jahren fand in Gelsenkirchen wieder eine Tagung zur Geschichte der Linken Opposition der KPD und anderer linker Kleinorganisationen statt. Begrüßt vom Leiter des Instituts für Stadtgeschichte, Prof. Dr. Stefan Goch, kam neben einigen Nachfahren von Angehörigen der Linken Opposition ein Kreis von Historikern zusammen, die neueste Forschungsergebnisse vorlegen konnten. Zur Ideengeschichte sprach Helmut Dahmer über das Verhältnis zwischen Trotzki bzw. des Trotzkismus zur „Kritischen Theorie“ der Frankfurter marxistischen Philosophen Horkheimer und Adorno in der Emigration. Dahmer verwies auf die Beiträge von Heinz Epe, der sich intensiv mit den Frankfurtern auseinander setzte und von diesen als ernsthafter Kritiker eingeschätzt wurde. Mehr als zur Ideengeschichte wird heute zur Organisationsgeschichte geforscht. Marcel Bois stellte „Die Weddinger Opposition der KPD“ vor. Peter Berens hinterfragte „Das Verhältnis der linken Opposition im Ruhrgebiet zur revolutionären Bergarbeitergewerkschaft Union der Hand- und Kopfarbeiter“. Einen Schwerpunkt der Tagung bildete der spanische Bürgerkrieg: Reiner Tosstorff schilderte „Die SAP im Spanischen Bürgerkrieg“ und Werner Abel stellte „Die ´Trotzkismus`-Bekämpfung der geheim arbeitenden KPD-Abwehr in Spanien“ dar. Die Trotzkismus-Forschung in Belgien war mit Gertjan Desmet vertreten, der über „Die Emigranten der IKD in Antwerpen und Brüssel“ sprach. Auch Biographien kamen nicht zu kurz. Wilfried Harthan beschrieb den BVB-Fußballfanclub Heinrich Czerkus, benannt nach einem linksoppositionellen Dortmunder KPD-Mitglied, der ehemals Platzwart beim BVB war und von den Nazis ermordet wurde. Sahin Aydin brachte die Geschichte von Rudi Steffens ans Licht, der vor 1933 der KPD-Bezirksleitung Ruhrgebiet angehört hatte, 1936 im Exil als Trotzkist aus der KPD ausgeschlossen worden war und für die IKD nach Spanien ging, wo er in der POUM kämpfte. Er wurde von den Nazis ermordet. Eine spontane Sammlung ergab 107 Euro, mit der in seiner Heimatstadt Gronau ein Stolperstein für Rudi Steffens gesetzt werden konnte. Ein Höhepunkt der Tagung waren sicherlich auch die Vorträge von Reinhard Hesse und Walter Kern. Der eine beschrieb das Leben von Hilde Berger, der andere von Hilde und Walter Herz im Widerstand gegen Hitler. Die beiden Genossinnen der IKD teilten nach ihrer Verhaftung für längere Zeit eine Gefängniszelle. Die Referate, die auf der Tagung gehalten wurden, sollen veröffentlicht werden. Die nächste Tagung soll 2017 stattfinden.

Peter Berens, 13.2.2015
Aus: Inprekorr März/April 2015

 

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