Man soll die Welt nicht belachen, nicht beweinen, sondern begreifen.(Baruch de Spinoza)

Alle Vorträge dauern ca. eine Stunde. Die Darstellung wird unterstützt durch Power Point. Erforderlich sind Beamer und PC. Honorar nach Vereinbarung.

Vortragsreihe


Die revolutionäre ArbeiterInnenbewegung im Ruhrgebiet


In vier einzelnen Vorträgen wird die revolutionäre ArbeiterInnenbewegung im Ruhrgebiet zwischen 1914 – 1945 vorgestellt:

  1. Die Opposition im Ruhrgebiet gegen den Ersten Weltkrieg 1914-1918
  2. Die rätedemokratische Gewerkschaft Union der Hand- und Kopfarbeiter 1918-1925 und die Gewerkschaftspolitik der Ruhr-KPD
  3. Die Opposition der linken Kommunisten gegen das Versagen der Ruhr-KPD 1921- 1924 und gegen Bürokratie und Stalinismus 1925-1927
  4. Trotzkisten gegen Hitler an Rhein und Ruhr 1930-1945.

Die jeweils einstündigen Vorträge mit Power Point sind in sich abgeschlossen. Sie bieten sich als Vortragsreihe an.

 

Anlässlich des öffentlichen Nachdenkens über 17 Millionen Tote im Ersten Weltkrieg:
1. Vortrag:
100 Jahre Erster Weltkrieg
Die Antikriegsbewegung im Ruhrgebiet

Im Wilhelminischen Kaiserreich lag im Ruhrgebiet das größte industrielle Zentrum und die Rüstungsschmiede Deutschlands. Mit ihrem Herr-im-Haus-Standpunkt, der sich u.a. in einer ausgeprägten Betriebshierarchie ausdrückte, waren die schwerindustriellen Ruhrbarone eine treue Stütze der Monarchie. Sozialdemokratie und Gewerkschaftsbewegung hatten im Revier vor dem Ersten Weltkrieg einen schweren Stand.
In dem Vortrag wird aufgezeigt, welche Positionen SPD und Gewerkschaften im Ruhrgebiet vor und nach dem 4. August 1914 zum Krieg bezogen.
Vorgestellt wird die Gruppe um die sozialdemokratische Zeitung „Der Kampf“, die sich aus der Duisburger SPD entwickelte, eine radikale Stellung gegen den Krieg bezog und über ihre Zeitung vor allem in Duisburg, Moers, Mülheim und Oberhausen verbreitete. Die Gruppe „Der Kampf“ war ein bisher in der Historischen Kommunismusforschung übersehener, eigenständiger Gründungsbestandteil der KPD.
Die ersten Aktionen gegen den Krieg gingen im Ruhrgebiet jedoch von Frauen aus, die ab Sommer 1915 gegen den Hunger protestierten. Ab 1916 setzten sich die Bergarbeiter gegen die Verschlechterung ihrer Lebenslage mit immer umfangreicheren Streiks zur Wehr. Im Laufe des Krieges kamen radikalere Forderungen hinzu. Innerhalb der freien Gewerkschaft „Bergarbeiterverband“ entstand eine Opposition gegen den Vorstand, der am „Burgfrieden“ mit Monarchie und Kapital festhielt. Von der SPD spaltete sich 1917 die USPD ab. Die Streikwellen der Bergarbeiter hatten einen nicht geringen Anteil an der Novemberrevolution 1918.
In einem kleinen Ausblick werden die Auswirkungen der Antikriegsbewegung im Ruhrgebiet gestreift, die die Arbeiterbewegung im Ruhrgebiet nachhaltig veränderten:
Denn ihren Höhepunkt erreichten sie erst nach dem Ersten Weltkrieg mit den großen Streiks, mit denen die Bergarbeiter die Sieben-Stunden-Schicht durchsetzen konnten und die Sozialisierung des Bergbaus forderten. Ein Ergebnis dieses Radikalisierungsprozesses war die Gründung der Gewerkschaft „Union der Hand- und Kopfarbeiter“ und die Bildung der KPD. Die Klassenkämpfe wurden im Ruhrgebiet sehr entschieden ausgetragen, was sich besonders im März 1920 im Kampf gegen den Kapp-Putsch und noch 1923 während der alliierten Ruhrbesetzung zeigte.
Der Vortrag dauert ca. eine Stunde. Neben den geschichtlichen Ereignissen werden auch einige bedeutende Anti-Kriegs-Aktivisten der Arbeiterbewegung wie Carl Minster, Arthur Hammer und Rosi Wolfstein vorgestellt.
Die Darstellung wird unterstützt durch Power Point. Erforderlich sind Beamer und PC.
Honorar nach Vereinbarung.

 

2. Vortrag
Ruhr-KPD gegen Arbeiteravantgarde?
Die Gewerkschaftspolitik der KPD im Ruhrgebiet zwischen 1919 und 1927
Seit 1916 folgten im Ruhrbergbau Streikwelle auf Streikwelle zur Verbesserung der Löhne und der Versorgung mit Lebensmitteln, zu denen bald die Forderung nach Frieden kam. Die Streiks untergruben die Monarchie und begünstigten die Novemberrevolution. Sie fanden 1919 einen Höhepunkt im Kampf von über 300 000 Bergarbeitern für die Sieben-Stunden-Schicht, die durchgesetzt werden konnte, und für die Sozialisierung der Zechen und Hütten. In diesen Kämpfen entstand die Bewegung der Unionen, d.h. radikaler Gewerkschaften, die sich 1921 zur Union der Hand- und Kopfarbeiter vereinigten. Gegenüber den vier gemäßigten Gewerkschaften im Bergbau bildete sie eine Art „Avantgarde“, die bei den Betriebsratswahlen 1924 von über 40 Prozent der Kumpel gewählt wurde. Die KPD unterstützte ursprünglich die Bildung der Unionen. Doch seit 1919 nahm sie dagegen Stellung. 1924 spaltete sie die Union der Hand- und Kopfarbeiter und forderte danach ihre Mitglieder dazu auf, in den reformistischen Bergarbeiterverband zurückzukehren, um dort fraktionelle Arbeit zu leisten. Beim großen englischen Bergarbeiterstreik 1926 war die KPD auf keiner einzigen Zeche im Ruhrgebiet in der Lage, einen Solidaritätsstreik zu organisieren.
Was waren die Hintergründe des Konfliktes zwischen Union und KPD?
Der Vortrag dauert ca. eine Stunde. Die Darstellung wird unterstützt durch Power Point. Erforderlich sind Beamer und PC.
Honorar nach Vereinbarung.


3. Vortrag
Gegen Stalinismus und Bürokratie
Die linken Kommunisten in der Ruhr-KPD zwischen 1918 – 1927

In den offenen Klassenkämpfen nach dem Ersten Weltkrieg (z.B. Streikwellen, Kapp-Putsch und Ruhrbesetzung) war die ArbeiterInnenbewegung im Ruhrgebiet nur zum Teil erfolgreich. Nach einer schweren Niederlage Ende 1923 musste sie massiven Lohnabbau und eine Verlängerung der Arbeitszeit hinnehmen. Die revolutionäre Nachkriegsperiode war zu Ende. Die Rest-Mitgliedschaft der KPD radikalisierte sich jedoch weiter, warf der moderat kommunistischen KPD-Leitung Versagen vor und wählte sie Anfang 1924 ab. Ein revolutionärer Kurs ließ sich aber während der vorübergehenden Festigung des Kapitalismus zwischen 1924 – 1929 nicht durchsetzen und scheiterte. Die linkskommunistische Führung wurde 1925 auf Betreiben Bucharins abgesetzt; um Ernst Thälmann (und im Ruhrgebiet um Wilhelm Florin) bildete sich eine stalinistische Fraktion. In der linkskommunistischen Mitgliedschaft der KPD im Ruhrgebiet z.B. in den KPD-Unterbezirken Hamm, Dortmund, Buer, Bochum, Duisburg und Hamborn gab es große Widerstände gegen den nun gemäßigten Kurs der Parteiführung, aber auch gegen die bürokratischen Entwicklungen in der Sowjetunion und in der Kommunistischen Internationale. Getragen wurde die linkskommunistische Opposition von KPD-Funktionären, die in der lokalen Arbeiterschaft stark verankert waren. Durch die neue Organisationsstruktur der Betriebszellen, die Übernahme des „Leninismus“ und vielfältige bürokratische Methoden gelang es jedoch dem Parteiapparat, die linkskommunistische Opposition in der Ruhr-KPD weitgehend auszuschalten.
Nachgezeichnet wird die Entwicklung der KPD im Ruhrgebiet bis 1927. Es geht dabei um die Politik und die Vorschläge der oppositionellen linken Kommunisten in der KPD, die frühzeitiger und klarer als Leo Trotzki die Unreformierbarkeit der KPD und der Sowjetunion begriffen und eine klare Alternative zum Stalinismus formulierten.
Der Vortrag dauert ca. eine Stunde. Die Darstellung wird unterstützt durch Power Point. Erforderlich sind Beamer und PC.
Honorar nach Vereinbarung.

 

4. Vortrag
Widerstand an Rhein und Ruhr
Trotzkisten gegen Hitler

Die aus starken „ultralinken“ kommunistischen Oppositionsströmungen 1930 entstandene Linke Opposition der KPD (LO) an Rhein und Ruhr trat für die Einheitsfront aller Arbeiter gegen den Nationalsozialismus ein. Sie war am vorübergehenden Zustandekommen der Einheitsfront in Bocholt, Dinslaken und Erkenschwick beteiligt. Mitglieder einer westdeutschen LO-Kampfgruppe leisteten am 5. März 1933, dem Tag der Reichstagswahl, in Remscheid bewaffneten Widerstand gegen SA und Polizei.
In der Illegalität arbeiteten sie, nun als Internationale Kommunisten Deutschlands (IKD), eng mit der Sozialistischen Arbeiterpartei zusammen. Der Schwerpunkt der trotzkistischen Widerstandsarbeit lag in Betrieben, Kirchenkreisen und legalen bürgerlich-jüdischen Organisationen. Jüdische Jugendliche aus Gelsenkirchen und Essen spielten in der trotzkistischen Widerstandstätigkeit eine bedeutende Rolle. Westdeutsche Exilanten waren führend in der Auslandsleitung der IKD tätig; im Saarland trugen sie zum Zustandekommen der Einheitsfront bei. Ende 1935 konnte die Gestapo die Bezirksleitung Rhein-Ruhr der IKD verhaften und viele Strukturen zerschlagen. Doch auch danach ging der Widerstand u.a. in Zuchthäusern und KZ`s weiter, wobei die Frauen eine wichtige Rolle spielten. Mit dem Zweiten Weltkrieg wurden die Verbindungen zur Exilleitung schwach, die sich zudem vom Marxismus wegentwickelte. Maßgebliche Trotzkisten wurden in Strafbataillonen und KZ`s ermordet. Nur wenige Überlebende sorgten nach 1945 für einen Neuanfang.

Der Vortrag dauert ca. eine Stunde. Die Darstellung wird unterstützt durch Power Point. Erforderlich sind Beamer und PC.
Honorar nach Vereinbarung.

 

3steine

 

Der spanische Bürgerkrieg 1936 - 1939

„Wie ging der spanische Bürgerkrieg zu Ende“?

Viele würden darauf antworten, dass die faschistischen Truppen Francos die Republik besiegt haben… Nur wenigen ist klar, dass die republikanische Militärführung im März 1939 gegen die eigene Regierung der Republik putschte, um Franco die Tore zu öffnen. Der Vortrag schildert: die konträren sozialen und politischen Interessen im Spanien der 1930er Jahre, die politischen und militärischen Kräfteverhältnisse ab 17. Juli 1936, die revolutionäre Aufbruchstimmung der Arbeiterbewegung und die entstehende Doppelmacht, den Konflikt zwischen den revolutionären Kräften CNT, POUM und der Begrenzung auf den antifaschistischen Kampf der Volksfront, die revolutionäre Erhebung in Barcelona im Mai 1937, die Haltung bzw. Intervention der Großmächte, die Veränderung der Kräfteverhältnisse, die Politik der Sowjetunion und den Abzug der Internationalen Brigaden, die Niederlage.

Unterstützt durch Kartenmaterial und einen Ausschnitt aus Ken Loachs „Land and Freedom“.

Beamer und PC erforderlich.

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